Aktuell
Multiple Sklerose
Blutdrucksenker hemmt Entzündungen
Angiotensin-1-Rezeptorenblocker sind bekannt für ihre blutdrucksenkende Wirkung. Wissenschaftler aus Heidelberg entdeckten, dass diese Arzneistoffgruppe auch noch eine andere Wirkung hat und Entzündungsherde bei Multipler Sklerose eindämmen kann. Lähmungserscheinungen bildeten sich bei den Testtieren ebenfalls zurück. Die Forscher wollen außerdem mit ihrer Arbeit beweisen, dass man auch herkömmliche Medikamente erfolgreich auf ihren Nutzen bei anderen Erkrankungen untersuchen kann. Preiswerte Medikamente mit nachgewiesenem Sicherheitsprofil einzusetzen, hätte natürlich auch eine große gesundheitsökonomische Bedeutung.
Quelle: The Journal of Clinical Investigation / T.V. Lanz et al.
Kardiologie
Mitralklappenclipping erfolgreich eingesetzt

Die häufigste Form eines Herzklappenfehlers ist eine mangelhaft schließende Mitralklappe. Besonders schonend können Patienten mit diesem Problem nun auch in Mainz behandelt werden: An der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin wird per Katheter eine Clip-Implantation vorgenommen, sodass sich die Herzklappe wieder besser und sogar komplett schließen kann. Das Verfahren wird bisher bundesweit in 21 Zentren eingesetzt und erspart den Betroffenen eine risikoreiche Operation, bei der der Brustkorb geöffnet und eine Herz-Lungenmaschine eingesetzt werden müsste.
Quelle: Universitätsmedizin der Uni Mainz
Schmerztherapie
Schmerzpflaster wirken im Sommer anders
Bei heißem Wetter kann es bei Patienten mit Schmerzpflastern leichter zu Überdosierungen kommen. Weisen Sie betroffene Kunden oder die pflegenden Personen darauf hin, dass die Wirkstoffe schneller durch die Haut transportiert und ins Blut aufgenommen werden. Intensive Sonnenbestrahlung sowie andere Möglichkeiten, bei denen es zu einer Hauterwärmung kommt, wie durch Bäder, Sauna oder Wärmflaschen sollten vermieden werden. Informieren Sie die Patienten, die Fentanyl- oder Buprenorphin-Pflaster verwenden, über die Anzeichen einer Überdosierung, damit sie notfalls das Pflaster sofort entfernen können.
Quelle: ABDA
Darmerkrankungen
Hirnveränderungen bei Reizdarmsyndrom entdeckt

Bauchschmerzen, Durchfall, Blähungen: Ein Reizdarmsyndrom kann sich in vielen unangenehmen Beschwerden äußern und wurde bisher den psychosomatischen Erkrankungen zugeordnet. US-amerikanische und kanadische Wissenschaftler haben nun entdeckt, dass diese Patienten Verminderungen sowie Verdickungen der grauen Substanz in Hirnbereichen zeigen, die für Aufmerksamkeit, Gefühls- und Schmerzregulation sowie für die Verarbeitung von Informationen, die aus dem Bauchraum kommen, verantwortlich sind. Die Befunde widerlegen damit deutlich, dass sich der Patient die Beschwerden „nur“ einbildet und ermöglichen neue Therapieansätze.
Quelle: Pressemeldung der Universität Kalifornien Los Angeles, Foto: Werner Lieberknecht
Immunsystem
Tier-Bakterium auch für Menschen eine Gefahr
Das in der Veterinärmedizin bekannte Bakterium Staphylococcus pseudintermedius kommt natürlicherweise auch bei Hunden und Katzen vor. Bei engem Kontakt mit diesen Tieren kann es sich auf den Menschen übertragen, ohne eine Infektion auszulösen. Sollte dieser jedoch operiert werden, kann es zu einer schwerwiegenden Erkrankung kommen. Problematisch ist, dass der Erreger gegen fast alle Antibiotika resistent ist, außer gegen ein Reserve-Antibiotikum der Humanmedizin. Eine Forschungsgruppe der Universität Bern warnt daher die Tierärzte, Reserve-Antibiotika grundsätzlich nicht für Tiere „umzuwidmen“, damit sie für den Menschen wirksam bleiben.
Quelle: Universität Bern
Immunsystem
Schmerzen durch Entzündungen in der Bandscheibe

Ein Bandscheibenvorfall wird meist von starken, in die Beine oder Arme ausstrahlenden, Schmerzen begleitet. Die Ursache für diese Schmerzen sah man lange in dem Druck, den der ausgetretene Kern der Bandscheibe auf den Wirbelkanal ausübt. Nach einer neuen Studie amerikanischer Forscher der Duke Universität in Durham könnte der ausstrahlende Schmerz auch durch eine Entzündung entstehen, die durch lokale T-Zellen verursacht werden. Außerdem wiesen Patienten mit Bandscheibenvorfall eine erhöhte Konzentration an einem weiteren Botenstoff auf, der ein Hinweis auf eine Autoimmunerkrankung sein kann. Ein Therapieansatz könnte die Blockade dieses Botenstoffes sein, der aber zunächst noch näher untersucht werden muss.
Quelle: DAZ.online/Shamji, M. et al.: Arthritis and Rheumatism, Online-Vorabpublikation,
DOI: 10.1002/art27444/Foto: ABDA
Forschungsprojekt PTA-Fachzeitschriften
Super Werte für PTAheute bei Studie der Hochschule Augsburg
Im Zeitraum März bis Juni 2010 hat Professor Gerhard Riegl an der Fachhochschule Augsburg zusammen mit Studierenden der Fachrichtung Betriebswirtschaft/Marketing ein Forschungsprojekt zum Thema PTA-Fachzeitschriften durchgeführt. Dazu wurden Fragebögen an alle Apotheken versandt sowie der PTAheute beigelegt. Es kamen 1774 ausgefüllte Fragebogen bis zum Einsendeschluss zurück. Die Ergebnisse der Studie werden jetzt noch im Detail ausgewertet. Das Allerwichtigste in Kürze: Fachzeitschriften liegen weiterhin auf Platz 1 der genutzten Fortbildungsangebote. 92 % der Umfrageteilnehmer beurteilen die Zeitschrift PTAheute insgesamt mit gut, sehr gut oder sogar spitze! 91 % finden die Gestaltung (Schriften, Grafiken, Bilder, Anordnung) gut, sehr gut oder sogar spitze! Der berufliche Nutzen ist für 90 Prozent gut, sehr gut oder sogar spitze!
Kindergesundheit
Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen stärker vorbeugen

Da in Deutschland die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die mit einer Alkoholvergiftung in Krankenhäuser eingewiesen werden müssen, dramatisch zugenommen hat, setzte sich die bayrische Familienministerin bei der Münchener Tagung der Stiftung Kindergesundheit und der Deutschen Kinderhilfe e.V. für stärkere Präventionsmaßnahmen ein. Die Folgen einer Alkoholvergiftung sind bei Kindern und Jugendlichen viel gravierender als bei Erwachsenen und können schwere Schäden hinterlassen. Die Experten empfehlen daher klare Regeln für den Umgang mit Alkohol und stärkere Überwachungen der Verkaufsstellen.
Quelle: Stiftung Kindergesundheit/Foto: DAK/Wigger
http://www.kindergesundheit.de/newsletter-06-2010.html
Arzneimittelmissbrauch
Rhinopront® Kombi und Reactine® Duo bald verschreibungspflichtig?
Da die missbräuchliche Verwendung von ephedrin- und pseudoephedrinhaltigen Arzneimitteln zur illegalen Herstellung von Metamphetamin auch in Deutschland zunehmend ein Problem darstellt, empfiehlt das BfArM, Medikamente mit diesen Inhaltsstoffen unter die Verschreibungspflicht zu stellen, wenn eine Packung mehr als 720 mg Pseudoephedrin enthält. Davon betroffen wären auch Reactine® Duo und Rhinopront® Kombi, die besonders in Bayern und Sachsen nachgefragt werden, seitdem in der Tschechischen Republik der Erwerb pseudoephedrinhaltiger Arzneimittel auf 24 Tabletten pro Person und Woche begrenzt worden ist.
Quelle: DAZ.online/Dr. Doris Uhl


